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Was können wir aus dem Kaseya-Supply-Chain-Angriff für die Cybersicherheitsstrategie ableiten?

17 Juli 2021

Die Analyse des Kaseya-Supply-Chain-Angriffs offenbart 3 Schwachstellen im Software- und Systemdesign von Lösungsanbietern:

  1. Ausführung mit administrativen Berechtigungen

SophosLabs hat den Ablauf auf dem Endpunkt im Detail analysiert.(1) Die Kommandos, die der Kaseya-Agent nach der Auslieferung der Malware ausführt, erfordern administrative Berechtigungen. Das bedeutet, dass der Agent mit administrativen Berechtigungen arbeitet.

Klartext: Jede Anwendung, die mit administrativen Berechtigungen ausführt werden muss, stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Das Risiko erhöht sich drastisch, wenn die Anwendung ferngesteuert werden kann.

Gerade die Entwickler von Remote-IT-Management-Lösungen sollten sparsam mit administrativen Berechtigungen umgehen, damit die Angriffsfläche des Netzwerkes nicht vergrößert wird. Windows und Linux bieten Entwicklern Funktionen an, die einen weitgehenden Verzicht darauf ermöglichen.

Tipp: Die Nutzung von administrativen Berechtigungen sollte ein Auswahlkriterium bei der Produktauswahl sein.

  1. Antivirus-Ausnahmen

Der Kaseya-Agent erfordert zur korrekten Ausführung mehrere Antivirus-Ausnahmen.(2) Die Remote-Control-Komponente benötigt weitere Ausnahmen.(3) Die Ausnahmen müssen für jeden Endpunkt, auf dem die Software genutzt werden soll, definiert werden.

Klartext: Jede Antivirus-Ausnahme reduziert das Sicherheitsniveau des gesamten Netzwerkes. Das Risiko erhöht sich drastisch, wenn die Ausnahme auf allen Endpunkten erforderlich ist.

Die Analyse von SophosLabs zeigt, dass ohne die Ausnahmen der Angriff mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst von klassischen Antimalware-Lösungen erkannt worden wäre.

Tipp: Das Zusammenspiel mit vorhandenen Sicherheitslösungen sollte ein Auswahlkriterium bei der Produktauswahl sein.

  1. Sichtbarkeit von IT-Management-Systemen in der DMZ

Das DIVD CSIRT berichtet am 4. Juli, dass zu Beginn des Angriffs 2.200 Kaseya VSA Server in den DMZ von Unternehmen sichtbar waren.(4)

Prinzipiell ist jedes Managementsystem in der DMZ, das für alle Internetteilnehmer sichtbar ist, ein Sicherheitsproblem. Wird in der Anwendungssoftware eine kritische Schwachstelle entdeckt, so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Klartext: Die Sichtbarkeit von Managementsysteme in der DMZ ist auf die notwendigen externen Systeme einzuschränken. Vom Internet eingehende Verbindungen erhöhen das Risiko drastisch.

Tipp: Die notwenigen Kommunikationsverbindungen mit dem Hersteller sollten ein Auswahlkriterium bei der Produktauswahl sein. Ausgehende Punkt-zu-Punkt-Verbindungen (Server in der DMZ initiiert die Kommunikation) sind zu bevorzugen.

Tipp: Überprüfen Sie nach der Inbetriebnahme, ob der Systembetreiber die Anforderungen des Herstellers umgesetzt hat. Führen Sie die Prüfungen regelmäßig durch.


Fazit

Die hier identifizierten Schwachstellen müssen in die Cybersicherheitssstrategie eines Unternehmens einfließen: “The strategist must concentrate less on determining specific actions to be taken and far more on manipulating the structure within which all actions are determined.”(5)

Werden die identifizierten Schwachstellen bei Entwicklung, Auswahl und Betrieb von Softwareprodukten konsequent adressiert, so ändern sich die Rahmenbedingungen, in denen Cyberkriminelle agieren können. Die Widerstandsfähigkeit gegen Cyberangriffe wird dauerhaft erhöht.


Quellenangaben

1.         Loman M, Gallagher S, Ajjan A. Independence Day: REvil uses supply chain exploit to attack hundreds of businesses [Internet]. Sophos News. 2021 [zitiert 17. Juli 2021]. Verfügbar unter: https://news.sophos.com/en-us/2021/07/04/independence-day-revil-uses-supply-chain-exploit-to-attack-hundreds-of-businesses/

2.         Kaseya. Anti-Virus and Firewall Exclusions and Trusted Apps [Internet]. Kaseya. 2021 [zitiert 17. Juli 2021]. Verfügbar unter: https://helpdesk.kaseya.com/hc/en-gb/articles/229014948-Anti-Virus-and-Firewall-Exclusions-and-Trusted-Apps

3.         Kaseya. Antivirus Exclusion list for Remote Control components. [Internet]. Kaseya. 2021 [zitiert 17. Juli 2021]. Verfügbar unter: https://helpdesk.kaseya.com/hc/en-gb/articles/229008988-Antivirus-Exclusion-list-for-Remote-Control-components-

4.         Gevers V. Kaseya Case Update 2 [Internet]. DIVD CSIRT. 2021 [zitiert 17. Juli 2021]. Verfügbar unter: https://csirt.divd.nl/2021/07/04/Kaseya-Case-Update-2/

5.         Dolman EC. Pure strategy: Power and principle in the space and information age. London ; New York: Frank Cass; 2005. 218 S. (Cass series–strategy and history).

Wie hängt das zusammen? Der Cyber-Angriff auf die Colonial Pipeline, Network-Monitoring und Asset-Management?

11. Juni 2021

Es hat lange gedauert, bis die Ursache für den Cyber-Angriff auf die Colonial Pipeline bekannt wurde. Doug Olenik berichtet auf InfoRiskToday: “The investigation into the attack by security firm FireEye revealed last week that DarkSide gained initial access to Colonial through what Blount described as a “legacy VPN” that the company’s IT staff did not know existed.”(1)

Der CEO von Colonial Pipeline Co., Joseph Blount, sagte während eines Hearings am 8. Juni 2021 dazu: “I did reference earlier that the VPN was a legacy VPN we could not see, and it did not show up in any testing. That’s unfortunate.”(1)

Dass das VPN nicht mit Zwei-Faktor-Authentisierung abgesichert war, ist nicht ungewöhnlich, da es sich um einen „Legacy“ VPN-Zugang handelte, der außer von den Angreifern nicht mehr genutzt wurde. Der VPN-Zugang war zudem gut gesichert, da er bei Schwachstellen-Scans nicht gefunden wurde.

Die Antwort auf die Frage „Warum wurde das System, über den der VPN-Zugang erfolgte oder der VPN-Service nicht abgeschaltet?“ liegt nahe: Vermutlich ist in der IT kein Asset Management System vorhanden.

Dabei ist Asset Management ein Abfallprodukt des Network Monitoring, eine der Nice-to-Have-Funktionen, die man unbedingt bei der Einführung eines „Network Monitoring und Anomaly Detection“-Werkzeuges berücksichtigen sollte.

Im Rahmen der IMI (IT-Meets-Industry) stellen die anapur-Partner Nozomi Networks und PaloAlto Networks am 15. Juni in einer Product Challenge ihre Network Monitoring Werkzeuge vor. Wir werden beiden Partnern natürlich die Frage stellen, ob ihre Produkte die angeblich nicht-existenten Komponenten gefunden hätten und freuen uns auf die Produkt-Demo.

Im Anwenderinterview fragen wir Tobias Unglaube, der in der Bayer AG im Produktionsumfeld Network Monitoring eingeführt hat, ob die nice-to-have-Funktion „Asset-Management“ bei der Produktauswahl eine Rolle gespielt hat.

Zur Anmeldung zum Event geht es hier. Die Aufzeichnungen und Produkt-Demos der vergangenen Network-Monitoring-Events stellen wir für Teilnehmer bereit.

Falls Sie keine Zeit haben, würden wir uns freuen, wenn Sie uns 2 Fragen (Multiple Choice) beantworten würden. Die Auswertung veröffentlichen wir nach dem Event.

Frage 1: Warum beschäftigt sich meine Organisation mit Network Monitoring und Anomaly Detection?

Frage 2: Was ist für meine Organisation das wichtigste nice-to-have Feature bei einem Netzwerk Monitoring System?

Schönes Wochenende!


Referenzen

1. Olenick D. Colonial CEO at Senate Hearing Details Ransomware Attack [Internet]. Info Risk Today. 2021 [zitiert 9. Juni 2021]. Verfügbar unter: https://www.inforisktoday.com/colonial-ceo-at-senate-hearing-details-ransomware-attack-a-16836

Ransomware in der Automatisierungstechnik. RoSI in der Praxis.

6. Mai 2021

Nach der kurzen Einführung in die Theorie von RoSI nun ein Praxisbeispiel.

Szenario

Ein Unternehmen betreibt an 2 Standorten prozesstechnische Anlagen. Jede Anlage besteht aus 5 Teilanlagen. Insgesamt werden pro Standort 100 Workstations und 20 Server betrieben. Die Standorte sollen im Rahmen eines Digitalisierungsprojektes enger mit der Forschungs- Entwicklungsabteilung sowie den Produktionsplanungssystemen und der Office-Cloud vernetzt werden. Vorab führt das Produktionsmanagement eine Risikoanalyse durch.

Die Risikoanalyse ermittelt ein hohes Risiko in Bezug auf eine Malware-Infektion, die zu einem Stillstand an beiden Standorten führen könnte. Der Produktionsmanager schätzt, dass eine Infektion mit Ransomware im ungünstigsten Fall zu einem Produktionsausfall von 5 Tagen führen könnte. Ein Tag Produktionsausfall kostet das Unternehmen 200T€.

Die Geschäftsleitung macht klar, dass unter der geschätzten Auslastung für die nächsten 36 Monate ein Ausfall von max. 1,5 Tagen pro Jahr akzeptabel ist. Das ermittelte Risiko ist nicht akzeptabel ist. Die OT-Security erhält die Aufgabe, die wirtschaftlich beste Lösung zur Reduktion des Risikos um 70% (von 1Mio. € auf 300T€) zu ermitteln.

Damit sind die Randbedingungen für die RoSI-Betrachtung festgelegt:

KE: Die Kosten des Sicherheitsereignisses KE belaufen sich auf KE = 1 Mio. €.

SR%: Sicherheitsmaßnahme S soll das Risiko um SR% = 70% reduzieren.

KES: Die Kosten des Sicherheitsereignisses sollen reduziert werden auf KES <= 300T€

Design der Maßnahmen

Das Unternehmen setzt in der Produktion noch keine Antimalware-Lösung ein. Zur Risikoreduzierung werden 3 traditionelle Ansätze verfolgt, die auf Sicherheitslösungen beruhen, die vom Hersteller der Automatisierungslösung freigegeben sind.

Alt1: Antimalware-Lösung McAfee Endpoint Protection

Alt2: Antimalware-Lösung McAfee Endpoint Protection plus Microsoft AppLocker

Alt3: Antimalware-Lösung McAfee Endpoint Protection plus McAfee Application Control

Microsoft AppLocker ist eine Application-Directory-Allow-Listing-Lösung, die von vielen Herstellern von Automatisierungslösungen zur Grundhärtung der Systeme empfohlen wird. AppLocker ist seit Windows 7 in der Enterprise-Version des Betriebssystems verfügbar. McAfee Application Control ist eine system-basierte Application-Whitelisting-Lösung, die von vielen Herstellern von Automatisierungslösungen zum Schutz vor bekannter und neuer Malware empfohlen wird. Sie kann auch Crypto-Würmer wie WannaCry und NotPetya, die sich im Systemkontext von System zu System bewegen, abwehren.

Bewertung der Effektivität der Lösungsansätze

IT- und OT-Security führen eine Bewertung der Effektivität der verschiedenen systemtechnischen Ansätze durch. Daraus ergibt sich folgendes Bild:

Bewertung der Effektivität der Lösungen. Zum Vergrößern klicken.

Die klassische Antimalware-Lösung „pattern-based Antivirus“ hat mit 38% eine unzureichende Schutzwirkung, ebenso wie die Lösung „Application Directory Allow Listing“ und die Kombination aus AV.Trad und AWL.DIR.

Die „system-basierte Application-Whitelisting-Lösung“ kommt bereits sehr nahe (64%) an die geforderte Risikoreduzierung SR% = 70% heran.

Die Kombination aus AV.Trad und AWL.SYS kommt am nächsten an die geforderte Risikoreduzierung von 70% heran.

Die Details zur Bewertung stehen hier bereit.

Kostenbetrachtung

Die Kosten aller Lösungen wurden untersucht. Lizenz- und Betriebskosten wurden über einen Zeitraum von 3 Jahren betrachtet. Die Kosten für die Erstinstallation wurden berücksichtigt. Bei den Lizenzkosten wurden Lizenzstaffeln (101-250 Workstations und 26-50 Server) berücksichtigt. Preise wurden per Internet-Recherche ermittelt. Das Kostenmodell steht hier zum Download verfügbar.

RoSI

Die Berechnung von RoSI über 3 Jahre ergibt folgendes Bild:

RoSI der Lösungen im Vergleich. Zum Vergrößern klicken.

Alle Lösungen haben ein positives RoSI. Die Optionen Alt1: AV.Trad und Alt2: AV.Trad + AWL-DIR scheiden aus, da das Restrisiko KES deutlich höher ist als die geforderten 900T€

RoSI: Vergleich der Alternativen. Zum Vergrößern klicken.

Alternative Alt3: Antimalware-Lösung McAfee Endpoint Protection plus McAfee Application Control und McAfee Application Control führen zu einer ähnlichen Risikoreduktion. Alt3 hat jedoch deutlich höhere Kosten.

Für welche Lösung wird sich die Produktionsleitung entscheiden?

Dies ist der letzte Post aus der Ransomware/RoSI-Reihe. Mehr zu RoSI gibt es beim IMI Virtuellen Dialog „Costs and Benefits of Security“ am 11.05.2021. Neben praktischen Anwendungsbeispielen von ABB und Fortinet erweitere ich diese Analyse um eine moderne EDR-Lösung.

Viel Erfolg mit RoSI!

Ransomware in der Automatisierungstechnik. Was ist RoSI?

5. April 2021

Bevor ich weiter auf das Thema Ransomware in der Automatisierungstechnik eingehe, ist eine kurze Einführung in RoSI erforderlich.

Die Return-on-Security-Invest-Methode (RoSI)(1,2) erlaubt analog zur Return-on-Invest-Methode (RoI) eine Bewertung der Wirtschaftlichkeit von IT-Sicherheitsmaßnahmen.

Der RoI zeigt das Verhältnis von erwartetem Gewinn G aus einer Investition und dem dafür eingesetzten Kapital (Kosten) K in einem bestimmten Zeitraum an. Im einfachsten Fall ist der Gewinn G gleich dem Umsatz U, der aus der Investition generiert wird, minus den Kosten K für die Investition: G = U – K

Damit ergibt sich RoI = G / K = U – K / K

Ist der RoI größer Null, so ist die Investition rentabel.

Die Übertragung des RoI-Konzeptes auf IT-Sicherheitsmaßnahmen ist nicht ohne Anpassung möglich. Christian Dreyer machte das Dilemma klar: „Es gibt keinen positiven Nutzen von Sicherheitsinvestitionen. Investitionen in Informationssicherheit vermeiden lediglich Wertabflüsse. Das ist die Crux der ganzen Sache.“ Zitiert aus Stöwer, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zu IT -Sicherheitsinvestitionen.(3)

Ein Sicherheitsereignis E erzeugt Kosten KE. Da die Kosten KE nicht geplant sind, verringern sie den Gewinn G des Unternehmens. Durch eine Sicherheitsmaßnahme S wird versucht, die Kosten KE des Sicherheitsereignisses um SR% zu verringern. S vermeidet also Kosten KV = KE x SR%. Mit Maßnahme S sind Toolkosten TS verbunden.

RoSI setzt die vermiedenen Kosten KV in Bezug zu den Toolkosten TS:

RoSI = ( KV – TS ) / TS

Solange RoSI einen Wert > 0 hat ist die Sicherheitsmaßnahme S “rentabel”.

Beispiel

Die erwarteten Kosten eines Sicherheitsereignisses werden auf KE = 1,5 Mio. € geschätzt.

Die Sicherheitsmaßnahme S reduziert die Kosten um SR% = 60%. => KV = 900 T€.

Die Toolkosten belaufen sich auf TS = 100 T€.

RoSI = ( KV – TS ) / TS = (900 T€ – 100 T€) / 100 T€ = 800%

Fakten zu RoSI

  • Nach Implementierung der Sicherheitsmaßnahme S reduzieren sich die Kosten KE des Sicherheitsereignisses auf KES = KE – KV.
  • Der Gewinn G des Unternehmens reduziert sich dauerhaft um die Toolkosten TS der Maßnahme S.
  • KE = TS + KES + RoSI
  • RoSI = KV – TS
RoSI

Wann kommt RoSI zum Einsatz?

RoSI sollte spätestens beim Design von risiko-reduzierenden Maßnahmen zum Einsatz kommen. Wurde ein Sicherheitsrisiko identifiziert, das über der Risikotragfähigkeit einer Organisation liegt, so sollten geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um das Risiko unter diesen Wert zu reduzieren. Prinzipiell kann damit SR% bestimmt werden.

RoSI Ziele

RoSI dient dazu, verschiedene Sicherheitsmaßnahmen oder -lösungen, die das Risiko um SR% reduzieren können, miteinander zu vergleichen. Das Vergleichskriterium sind die Toolkosten TS. Die Toolkosten sollten über einen Zeitraum von 3 Jahren betrachtet werden. Primäres Ziel ist, eine Lösung zu finden, die RoSI optimiert, also die Toolkosten zu minimieren.

Toolkosten umfassen mindestens die Anschaffungskosten und die Kosten für die Implementierung und den Betrieb der Lösung. Hat die Lösung Auswirkungen auf die Produktivität der Mitarbeiter, so sollten zusätzlich Opportunitätskosten berücksichtigt werden. Zudem sollten Effektivitätsverluste berücksichtigt werden.

Die Implementierungskosten umfassen alle Kosten, die für das Roll-Out der Lösung im Unternehmen erforderlich sind. Ist eine Ramp-up-Phase notwendig, so sollten die Kosten mindestens über die Ramp-Up-Phase plus 3 Jahre betrachtet werden.

Eine Ramp-Up-Phase über mehrere Jahre muss im Detail geplant werden. Bereits im ersten Jahr sollte ein möglichst großer Teil (z.B. 80%) des geplanten Sicherheitsgewinns SR% erzielt werden, damit der erwartete Schaden von Beginn an effektiv reduziert werden kann.

Die Betriebskosten umfassen alle Kosten zur Wartung der Lösung, die Kosten für den Betrieb der Lösungsinfrastruktur und die Personalkosten zum Betrieb der Lösung.

In den Kosten sollten Effektivitätsverluste berücksichtigt werden:

  1. Der geplante Sicherheitsgewinn SR% wird in der Regel nicht erzielt. Das kann technische und organisatorische Ursachen haben. Auf jeden Fall sinkt die Effektivität der Lösung, damit KV und somit RoSI. Dies sollte bereits bei der Auswahl einer Lösung berücksichtigt werden.
  2. Die Effektivität von Sicherheitsmaßnahmen sinkt über die Zeit. Angriffswerkzeuge werden verbessert; neue Schwachstellen werden entdeckt, die die Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahme reduzieren. Ausnahmen müssen zugelassen werden, damit die Produktivität nicht sinkt. Unter Umständen muss nach wenigen Jahren eine weitere Sicherheitslösung implementiert werden, um das Risiko wieder auf den Wert SR% zu reduzieren, was wiederum die Kosten erhöht.

Wichtig! Die Planung und Vorbereitung von Security-Projekten dauert bei Verwendung von RoSI länger, da viele Fragen vorab beantwortet werden müssen, die im Normalfall erst während der Implementierung geklärt werden. Der Vorteil ist, dass die Erfolgsaussichten steigen und teurere Lessons Learned vermieden werden können.

Mehr zur Effektivität von Application Whitelisting Lösungen und RoSI im nächsten Post.


Referenzen

  1. ENISA. Introduction to Return on Security Investment [Internet]. 2012 [zitiert 21. März 2021]. Verfügbar unter: https://www.enisa.europa.eu/publications/introduction-to-return-on-security-investment
  2. Sonnenreich W. Return On Security Investment (ROSI): A Practical Quantitative Model [Internet]. Verfügbar unter: http://infosecwriters.com/text_resources/pdf/ROSI-Practical_Model.pdf
  3. Stöwer M. Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zu IT- Sicherheitsinvestitionen [Internet]. 2010 [zitiert 21. März 2021]. Verfügbar unter: https://docplayer.org/61999306-T-i-s-p-community-meeting-2010-koeln-03.html

Ransomware in der Automatisierungstechnik. Das muss nicht sein!

28. März 2021

Vor einigen Tagen schaute ich mit das KnowBe4 Webinar „Now That Ransomware Has Gone Nuclear, Avoid Becoming the Next Victim?“ (1) an. Der erste Teil über das Ransomware Business war sehr informativ. Folie „Defenses“ brachte die ganze Ransomware-Diskussion auf den Punkt:

Von den weiteren Details zu den Abwehrmaßnahmen war ich eher enttäuscht. Das Webinar vermittelte den Eindruck, dass die Anbieter von IT-Security-Lösungen keine Strategie zum Umgang mit Ransomware haben. Philipp Blom bringt es in seinem Buch „Das große Welttheater“ (2) auf den Punkt:

„Die Protagonisten handeln und planen in der Annahme, dass die Gegenwart so ist, wie sie nun einmal ist, dass keine wirkliche Alternative besteht und dass deswegen nichts anderes übrigbleibt, als eben weiterzumachen wie bisher, nur mit noch mehr Energie und Entschlossenheit, immer weiter hinein, immer schneller, immer mehr.“

Im CISA Ransomware Guide (3) von 2020 findet man nahezu alle Vorschläge, die Javvad Malik von KnowBe4 in seinen Folien im Abschnitt Defenses zeigt. Die CISA geht im Abschnitt „Ransomware Infection Vector: Precursor Malware Infection“ einen entscheidenden Schritt weiter und empfiehlt:

“Use application directory allowlisting on all assets to ensure that only authorized software can run, and all unauthorized software is blocked from executing.
Enable application directory allowlisting through Microsoft Software Restriction Policy or AppLocker.”

Wie funktionieren Application-Directory-Allowlisting-Lösungen?

Das Schutzkonzept von Application-Directory-Allowlisting-Lösungen, auch Directory-Whitelisting-Lösungen genannt, ist bestechend einfach: Anwendungen dürfen nur gestartet werden, wenn Sie in bestimmten Verzeichnissen installiert sind.

Die einfachste Allowlist besteht aus 2 Verzeichnissen, c:\windows\system32 und c:\programme. Microsoft Word, installiert in „C:\Programme\Microsoft Office“ darf gestartet werden; die Ausführung eines PowerShell-Scripts, das ein bösartiges Word-Dokument im Homeverzeichnis eines Anwenders speichert, wird blockiert, da das Homeverzeichnis nicht in der Whitelist verzeichnet ist.

Application-Directory-Allowlisting-Lösungen blockieren Angriffe bereits in der Exploitation Phase der Cyber-Kill-Chain; die Installation des Schadprogramms wird verhindert.

Software Restriction Policies (SRP) sind seit Windows XP in der Professional-Version, AppLocker ist seit Windows 7 in der Enterprise-Version von Windows verfügbar. Beide können zentral über Group Policies administriert werden. Im Hintergrund überwacht der Dienst Anwendungsidentität (AppIdSvc) die Objektausführung.  

Lösungsanbieter im Umfeld Prozessautomatisierung sind sehr konservativ, wenn es um Systemprogramme geht, die in die Programmausführung eingreifen. Ein Anbieter legt im Detail fest, welche IT-Security Produkte in welcher Version mit seinen Produkten zertifiziert sind. Das garantiert dem Systemintegrator und Betreiber die Unterstützung im Fall von Problemen. Interessanterweise sehen einige der bekannten Lösungsanbieter AppLocker als grundlegende Härtungsmaßnahme an:

Hersteller Erklärung des Herstellers zum Einsatz von AppLocker
Siemens Grundlegende Sicherheitseinstellung für SIMATIC IPCs (4)
Schneider
Electric
Akzeptiert die Nutzung von AppLocker (6), referenziert auf
die Essential Four (Vorgänger der Essential Eight (5)) des Australian Cyber
Security Centre.
ABB Automatisch konfiguriert in MicroSCADA Pro SYS600 und DMS600 Umgebungen (7)
Rockwell Whitelisting mit AppLocker ist Critical Control (8). Vorgefertigte AppLocker Policies sind
zum Download verfügbar.
Herstellerinformationen zu AppLocker

Hinweis: Diese Zusammenstellung ist nicht vollständig. Fragen Sie den Hersteller ihrer Automatisierungslösung, ob er Application-Directory-Allowlisting mit AppLocker oder SRP unterstützt.

Wie wirksam sind Application-Directory-Allowlisting-Lösungen?

Application-Directory-Allowlisting-Lösungen schützen vor Angriffen, die eine Benutzerinteraktion erfordern. Dazu gehören etwa als Dokumente und Anhänge getarnte Schadprogramme, Drive-by-Downloads oder PuP (Potentially unwanted Programs). Da die Lösungen nicht mit Erkennungsmustern arbeiten, sinkt die Effektivität nicht über die Zeit. Damit ist auch ein Schutz gegen neuartige Malware wie Purple Fox (9) gewährleistet.

Was reduziert die Effektivität von Application-Directory-Allowlisting-Lösungen?

Arbeitet der Anwender mit permanenten administrativen Berechtigungen, so besteht die Möglichkeit, dass sich die Schadware in ein erlaubtes Verzeichnis, etwa c:\windows\system32 kopiert. Damit könnte die Malware gestartet werden.

Wo bieten Application-Directory-Allowlisting-Lösungen keinen Schutz?

Bei jeder Art von Malware, die im Systemkontext und ohne Benutzerinteraktion arbeitet. Dazu gehören Crypto-Würmer wie WannaCry und NotPetya. Pro Jahr werden wenige Schwachstellen in Windows-Systemfunktionen gefunden, die Wurm-Potenzial haben. Sofern in ihrem Produktionsumfeld eingehende Netzwerkverbindungen mit Microsoft-Protokollen erforderlich sind, sollten Application-Whitelisting-Lösungen zum Einsatz kommen.

Was kostet die Einführung der Lösung?

AppLocker ist in der Enterprise-Version von Windows enthalten. Die Installation und der Betrieb im Automatisierungsumfeld ist einfach, da kaum Modern Apps eingesetzt werden, die im Userkontext installiert sind. Das Rollout der Lösung kann mit Group Policies durchgeführt werden, sofern ein Active Directory vorhanden ist. Daher ist mit sehr geringen Betriebskosten und somit einem großen RoSI zu rechnen. Mehr zu RoSI (Return on Security Invest) im nächsten Post.

Sollte AppLocker auch im Enterprise Umfeld genutzt werden

Die CISA Empfehlung ist klar. Im Enterprise-Umfeld ist mit den Modern Apps mit deutlich erhöhtem Aufwand zu rechnen, da diese im User-Kontext arbeiten. Lösungen wie Goto-Meeting, die das Herunterladen und Ausführen eines Programms im Userkontext erfordern, funktionieren nicht, können jedoch durch geeignete AppLocker Regeln lauffähig gemacht werden. Prinzipiell sollten solche Programme nicht verwendet werden, da sie ein erhebliches Sicherheitsproblem bilden. Im Enterprise-Umfeld ist mit einem deutlich schlechteren RoSI zu rechnen.

Mehr zu RoSI und Application Whitelisting im nächsten Post.


Referenzen

1.            Malik J. Now That Ransomware Has Gone Nuclear, How Can You Avoid Becoming the Next Victim? [Internet]. Data Breach Today. 2021 [zitiert 28. März 2021]. Verfügbar unter: https://www.databreachtoday.eu/showOnDemand.php?webinarID=3007

2.            Blom P. Das große Welttheater. Von der Macht der Vorstellungskraft in Zeiten des Umbruchs. 2020.

3.            CISA Cyber Security and Infrastructure Security Agency. Ransomware Guide [Internet]. Publications Library. 2020 [zitiert 8. Oktober 2020]. Verfügbar unter: https://www.cisa.gov/sites/default/files/publications/CISA_MS-ISAC_Ransomware%20Guide_S508C.pdf

4.            Siemens AG. Empfohlene Sicherheitseinstellungen für IPCs im Industrieumfeld [Internet]. Industry Online Support International. 2019 [zitiert 2. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://support.industry.siemens.com/cs/document/109475014/empfohlene-sicherheitseinstellungen-f%C3%BCr-ipcs-im-industrieumfeld?dti=0&lc=de-WW

5.            Australian Cyber Security Center. Essential Eight Explained | Cyber.gov.au [Internet]. Australian Signals Directorate. 2020 [zitiert 19. Juni 2020]. Verfügbar unter: https://www.cyber.gov.au/publications/essential-eight-explained

6.            Schneider Electric. How can I… Reduce Vulnerability to Cyberattacks? [Internet]. 2019. Verfügbar unter: https://download.schneider-electric.com/files?p_enDocType=Technical+leaflet&p_File_Name=STN+-+How+can+I+reduce+vulnerability+to+cyberattacks+v3+Feb2019.pdf&p_Doc_Ref=STN+v2#page75

7.            ABB. MicroSCADA Pro Cyber Security Deployment Guideline [Internet]. 2016 [zitiert 2. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://docplayer.net/37555936-Microscada-pro-cyber-security-deployment-guideline.html

8.            Rockwell Automation. Rockwell Automation Customer Hardening Guidelines. Document ID: PN767 [Internet]. 2010 [zitiert 2. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://rockwellautomation.custhelp.com/app/answers/answer_view/a_id/546987/loc/en_US#__highlight

9.            Montalbano E. Purple Fox Malware Targets Windows Machines With New Worm Capabilities [Internet]. threatpost. 2020 [zitiert 26. März 2021]. Verfügbar unter: https://threatpost.com/purple-fox-malware-windows-worm/164993/

Your Ransomware Strategy 2021: Prevention or Bow to the Inevitable?

1 January 2021

This morning I read the transcript of the Threatpost webinar ” What’s Next for Ransomware”.[1] Becky Bracken hosted the webinar some weeks ago, panelists were Limor Kessem (IBM Security), Allie Mellen (Cyberreason) and Austin Merritt (Digital Shadows). The discussion focused on incident response:

“While IT departments will undoubtedly lead efforts to shore up defenses against attacks, including backups, patching, updating and employee-awareness training, our panel of experts agree that preparing a critical-response plan which includes the entire organization — from the executives on down the org chart — is the best way to minimize cost, damage and downtime.”

Having a well-crafted and trained incident response plan in place is, from my point of view, an indispensable means to recover from all kind of cyber-attacks. But is it “the best way to minimize cost, damage and downtime” in the case of Ransomware?

Response plans come into play when a ransomware attack is detected. But during the time until detection, the ransomware may cause damage to the network and the data. Once detected, incident response kicks in by taking appropriate actions to

  • containing the attack,
  • investigating the network for yet undetected instances of the ransomware,
  • repairing the already done damage, etc.

This is close to Gartner’s[2] approach to defend ransomware, so industry standard. But is this reactive approach the best way to minimize the economic impact of an attack?

The Cyber Security and Infrastructure Security Agency (CISA) describes in its Ransomware Guide[3] a more preventive approach. Backup, patching, cyber-hygiene, awareness training and cyber incident response plan are the building blocks. In addition, CISA recommends to “Use application directory allowlisting on all assets to ensure that only authorized software can run, and all unauthorized software is blocked from executing”.[3] This is a clear step towards prevention of attacks. Since ransomware comes from external sources e.g., through internet, e-mail, usb-devices, it commonly is not part of the allow-list, thus blocked.

The Department of Homeland Security (DHS) goes one step further in its 2016 published paper “Seven Strategies to Defende ICS”.[4] The first strategy is “Implement Application Whitelisting” because it “can detect and prevent attempted execution of malware uploaded by adversaries”.

Finally, the Australian Cyber Security Centre (ACSC) recommends Application Whitelisting as Number One of Essential Eight[5][6] strategies to prevent malware delivery and execution.

Neither Gartner nor the experts in the Threatpost webinar mentioned preventive controls to deal with ransomware. DHS and ACSC recommend them as central part of a cyber-security strategy.

From my point of view, application whitelisting is a must have to minimize the economic impact of an attack. If execution of malware is prevented, the costs to cleanup and recover from a ransomware attack are minimized.

The baseline security costs are for certain increased because application whitelisting solutions must be managed like any other application. This holds even if the Windows built-in tools AppLocker or Software Restriction Policies are used. But this will be balanced by the fact that application whitelisting will prevent also zero-day malware or PUA from execution.

CISA and ACSC provide useful hints on dealing with ransomware without big invest in new tools. It makes sense to take them into account when revising your security roadmap for 2021.

Happy New Year!

And have a great weekend.


[1] Bracken B. What’s Next for Ransomware in 2021? [Internet]. threatpost. 2020 [zitiert 1. Januar 2021]. Verfügbar unter: https://threatpost.com/ransomware-getting-ahead-inevitable-attack/162655/

[2] Sakpal M, Webber P. 6 Ways to Defend Against a Ransomware Attack [Internet]. Smarter with Gartner. 2020 [zitiert 1. Januar 2021]. Verfügbar unter: https://www.gartner.com/smarterwithgartner/6-ways-to-defend-against-a-ransomware-attack/

[3] Cyber Security and Infrastructure Security Agency. Ransomware Guide [Internet]. CISA Publications Library. 2020 [zitiert 8. Oktober 2020]. Verfügbar unter: https://www.cisa.gov/sites/default/files/publications/CISA_MS-ISAC_Ransomware%20Guide_S508C.pdf

[4] U.S. Department of Homeland Security. Seven Strategies to Defend ICSs [Internet]. DoD’s Environmental Research Programs. 2016 [zitiert 13. Oktober 2020]. Verfügbar unter: https://www.serdp-estcp.org/serdp-estcp/Tools-and-Training/Installation-Energy-and-Water/Cybersecurity/Resources-Tools-and-Publications/Resources-and-Tools-Files/DHS-ICS-CERT-FBI-and-NSA-Seven-Steps-to-Effectively-Defend-Industrial-Control-Systems

[5] Australian Cyber Security Center. Strategies to Mitigate Cyber Security Incidents [Internet]. 2017 [zitiert 1. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://www.cyber.gov.au/acsc/view-all-content/publications/strategies-mitigate-cyber-security-incidents

[6] Australian Cyber Security Center. Essential Eight Explained [Internet]. [zitiert 1. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://www.cyber.gov.au/acsc/view-all-content/publications/essential-eight-explained

Think Before You Sync. Why just moving to the cloud does not solve the ransomware threat.

27 July 2019

On May 7th, 2019 the city of Baltimore was hit by a ransomware attack.  Although the city hired Microsoft and five other firms it has not fully recovered from the attack yet.(1)

Since the city’s email system was down officials started to use Gmail accounts for communications.(1)(2) This makes sense in the case of an emergency. Not communicating in the case of a publicly visible cyber-attack commonly has a large financial impact on businesses; but in the case of cities this may result in the loss of public security.

The ransomware attack on Norsk Hydro on March 19th, 2019 impressively shows the effect of good communications(3)(4): Investor’s confidence was not endangered at any time, the share price remained unchanged.

But from a strategic point of view, just moving to the whatever cloud is not a good idea. Google’s idea behind ChromeOS was simply clever: If everything (applications and data) is stored in the cloud the impact of e.g. ransomware will be negligible because the malware cannot jump across the https barrier to your cloud storage. The same holds for O365.

Unfortunately, users are not used of this way of working in the browser. It’s often slow, requires a change in working habits, travelling requires extra preparation, etc. So, Microsoft invented OneDrive and Google came up with Sync for Windows. Similar tools are available for Box and DropBox, and for all desktop operating systems, even for Linux.

Linux Setup Online Accounts

Linux setup online accounts during first login

With these syncing tools, the data stored in the cloud is made available on the user’s desktop. Changes to local files are synchronized immediately to the cloud and vice versa. And with this, the ransomware problem still exists because if a ransomware encrypts the synchronized files on the local copy the change is immediately synchronized to the cloud.
Game over.

So, if you want to take advantage of the cloud you have to run a vast change project: The whole working environment with all forms, templates, etc. must be provided in the cloud. And the employees must get used of the new way of working.

We need change!

We need change!

But the effort pays off: Your network becomes more resilient against cyber-attacks, workstations can be easily exchanged, the endpoint complexity can be reduced, windows domains and in the end, the campus network, will become dispensable.

So, think before you sync!

Have a great weekend.


  1. Duncan I. Google Pitches to Baltimore after Ransomware Attacks [Internet]. Government Technology. 2019 [zitiert 27. Juli 2019]. Verfügbar unter: https://www.govtech.com/computing/Google-Pitches-to-Baltimore-after-Ransomware-Attacks.html
  2. Cyber-spies tight-lipped on Baltimore hack. BBC News [Internet]. 27. Mai 2019 [zitiert 27. Juli 2019]; Verfügbar unter: https://www.bbc.com/news/technology-48423954
  3. Norsk Hydro. Update: Hydro subject to cyber attack [Internet]. 2019 [zitiert 24. Mai 2019]. Verfügbar unter: https://www.hydro.com/de-DE/medien/news/2019/update-hydro-subject-to-cyber-attack/
  4. Norsk Hydro ASA. Norsk Hydro: Update: Hydro subject to cyber-attack – 19.03.19 – News – ARIVA.DE [Internet]. de. 2019 [zitiert 24. Mai 2019]. Verfügbar unter: https://www.ariva.de/news/norsk-hydro-update-hydro-subject-to-cyber-attack-7476743

Some thoughts on “Protecting against ransomware using PCI DSS and other hardening standards”

20 May 2018

Post “Protecting against ransomware using PCI DSS and other hardening standards” (1) published this week by Paul Norris in SC Media UK is really worth reading. Hardening is a proven method to reduce the attack surface of a computer network. If well done, the spreading of ransomware and thus the impact on an organization can be limited.

Hardening, patching, etc. serve a common goal in cyber war: Describing the limits of conflict. Everett Dolman writes in chapter 5 of “Pure Strategy: Power and Principle in the Space and Information Age” (2):

“Tactical thinkers seek to define and describe situations. Decision-making in real-time tactical mode requires it. The more knowledge of the limits to conflict, the more creatively the tactical genius can deploy, maneuver, and engage forces. Knowing completely what cannot be done allows for an investigation what can be done.”

Hardening, patching, etc. decrease the number of options / attack vectors an attacker can use for getting on and exploring a network. IT security groups can then focus on the remaining attack vectors, and prepare for the unknown.

Let me give two examples to illustrate this.

  1. If all external storage devices are technically blocked in your organization an attacker cannot use them for delivery of weaponized documents. Furthermore, if users have no chance to change this your IT security group can focus on investigating other attack vectors.

  2. If you implemented the measures for mitigation of high and medium risk findings described in the DoD “Windows 7 Security Technical Implementation Guide” (3) you can be sure that attacks based on bypassing UAC to get elevated privileges are no longer possible.

But be aware that the attacker also knows what cannot be done after a standard is implemented…

Have a great week.


  1. Norris P. Protecting against ransomware using PCI DSS and other hardening standards [Internet]. SC Media UK. 2018 [cited 2018 May 20]. Available from: https://www.scmagazineuk.com/opinion/protecting-against-ransomware-using-pci-dss-and-other-hardening-standards/article/761956/

  2. Dolman EC. Pure Strategy: Power and Principle in the Space and Information Age [Internet]. Taylor & Francis; 2004. (Strategy and History)

  3. Department of Defense. Windows 7 Security Technical Implementation Guide [Internet]. STIG Viewer | Unified Compliance Framework®. 2017 [cited 2018 May 20]. Available from: https://www.stigviewer.com/stig/windows_7/

Ransomware for Industrial Control System – Digital Carelessness

19 March 2017

Ransomware for Industrial Control Systems (ICS) is a scaring idea. The research paper ‘Out of Control: Ransomware for Industrial Control System‘ by David Formby, Srikar Durbha and Raheem Beyah from the Georgia Institute of Technology is really worth reading.

The researchers study several attack vectors and run a proof of concept (POC). In addition, they give some hints for mitigation of this new risk in the ICS / SCADA domain.

In the simplest case, if the PLC is connected to the internet, the cyber-criminal can attack the PLC directly. A more dangerous, but also very promising way is to start an attack on a workstation located in the corporate network and use this system as base camp for the access to the production network.

In the past weeks I prepared a speech for a workshop about “Safety and security in plant safety”. In the IIoT, the digital world acts upon the physical world. With this, flaws in the IIoT software may create a safety problem. For example, if a PLC or other SCADA components are attached to the internet, cyber criminals can exploit such flaws and compromise the integrity of the systems or implement ransomware on the systems. In the worst case, if e.g. the SCADA system controls a critical infrastructure like a power grid, this may result in a blackout. And operators of critical infrastructures will pay definitely any ransom to avoid a blackout.

The attack vectors described above are the native way for accessing industrial facilities and critical infrastructures. Besides the PLC, lots of other components like switches or HMI panels are connected more or less intentionally to the internet today. My colleague Christoph Thust from Evonik calls this the Digital Carelessness.

A plain SHODAN search for ‘SCALANCE‘ results in 213 hits. These network switches are more or less exposed to the internet. If a cyber attacker can hijack such a switch, he gains full control of the production network.

Shodan Scalance Search

Shodan Scalance Search. Click to enlarge.

A search for ‘SIMATIC HMI‘ results in 103 hits. This HMI panels are directly attached to the internet, lots of them can be viewed with WinVNC, some of them can be fully operated by EVERYONE.

Shodan Search HMI

Shodan Search HMI. Click to enlarge.

And, above all, HMI panels attached to the internet can be used as base camp for an attacker’s lateral movement in the production network.

Although ransomware is a really big issue today, the effort to rollout ransomware in a SCADA environment is high compared to the effort of plain attacks to unsecured SCADA system components.

The good news is, that the vendors of SCADA components already offer the elementary technology and strategies for their secure operation. But improvement of the basic security technologies is of crucial need for efficient use in the production domain.

The bad news is, that neither the engineering service providers nor the plant operators are fully aware of cyber-threats and their impact on plant operations and safety. The above examples make clear that the mitigation measures and defense strategies provided by the technology vendors are not followed.

From my point of view we need to start early in the construction process with considerations of cyber security. Security gates must be added to each construction phase. And during handover to the operator, a final pen test must be performed. As soon as Security by Design becomes an integral part of the Industrial Plant Life Cycle, the era of digital carelessness will end.

Have a good weekend.